Aus dem Inhalt von Heft 2/2012
Martin Kranzl-Greinecker Editorial: Sind so kleine Hände, Füße, Ohren, Seelen …
„Wenn ihr kleine Kinder habt, bemüht euch, zu erfahren, was sie sein möchten. – Das Kind denkt mit dem Gefühl, nicht mit dem Intellekt. Es gibt keine schwierigere Kunst, als Kinder anzusprechen.“ (Janusz Korczak)
Längst gibt es weitgehende Einstimmigkeit darüber, dass eine moderne Gesellschaft jungen Eltern, vor allem Müttern, ein qualitätsvolles Angebot zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu machen hat. Vor allem aber geht es um die besten Startchancen für die Kinder. Die Frage, wo diese liegen und optimal verwirklicht werden können, sorgt nach wie vor für heftige Diskussionen.
Dahinter stehen oft unreflektierte Bilder von Familie, Gesellschaft, Geschlechterrollen …, nicht selten auch Anklänge an eine – ohnehin nie da gewesene – „gute, alte Zeit.“ Denn auch damals, als es noch Großfamilie bzw. Dorf- und Straßengemeinschaft gab, hingen Kinder nicht tagein, tagaus an Mutters Kittelfalte.
Ohne Zweifel bringt die Bildung und Betreuung sehr junger Kinder neue und große Herausforderungen mit sich. Je jünger die Kinder, desto schwieriger ist wohl die Kunst, sie anzusprechen und ihnen gerecht zu werden. Doch keine Angst!
Sowohl in der Familie wie in außerfamiliären Einrichtungen ist jedes Kind ein kompetenter kleiner Mensch, der in sich ein Riesenpotenzial an Erfahrungen und Möglichkeiten trägt.
(Diesen Artikel finden Sie in voller Länge im aktuellen Heft von „UNSERE KINDER“.)
Gerhild Schöberl: Gelingende Beziehungen – Entwicklungspsychologische und beziehungsorientierte Perspektiven
Da Säuglinge und Kleinstkinder ganz besonders auf die Befriedigung ihrer physischen und psychischen Grundbedürfnisse angewiesen sind, ist es notwendig, sich zu Beginn vor allem mit den drei psychischen Grundbedürfnissen nach Bindung, Kompetenz und Autonomie zu beschäftigen.
Das Bedürfnis nach Bindung und sozialer Eingebundenheit beinhaltet das Streben, enge zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen und sich selbst als liebenswert und liebesfähig zu erleben. Eine Bindungsbeziehung hat die Funktion, dem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln, vor allem wenn es unter Stress und emotionaler Belastung steht. Die Bindungsperson dient als sichere Basis, als „Tankstelle“, bei der das Kind in emotional belastenden Situationen sein inneres Gleichgewicht wiederfinden und „auftanken“ kann, um erneut zur Erkundung der Umwelt aufzubrechen.
Das Bedürfnis nach Autonomie steht für das Bestreben nach freier Bestimmung des eigenen Handelns und nach selbst initiierter Interaktion mit der Umwelt. Das Kind wird dabei unterstützt durch eine entwicklungsorientierte Gewährung von Freiheit und Initiative bei einem Minimum an Regeln und Kontrolle durch die Erwachsenen und ohne Manipulation oder Strafen.
(Diesen Artikel finden Sie in voller Länge im aktuellen Heft von „UNSERE KINDER“.)
Martin Kranzl-Greinecker: „Das kleine ICH BIN ICH“ – 40 Jahre und kein bisschen müde
„Auf der bunten Blumenwiese geht ein buntes Tier spazieren ...“ – wie oft wurde dieser Buchanfang seither in Kindergärten und Familien vorgelesen und von Kindern wiederholt? Die Geschichte des kleinen Fabelwesens, das sich mit allen Tieren verwandt fühlt obwohl es keinem gleicht und erst durch die Erkenntnis „Ich bin Ich“
Selbstbewusstsein und Anerkennung findet, erlebte seit 1972 eine Auflage von 900.000 verkauften Exemplaren in 38 Ausgaben. Es gehört zu den Bestsellern der deutschsprachigen Kinderliteratur und zum Handwerkszeug aller Kindergarten-PädagogInnen. Nicht nur in gedruckter, vorgelesener oder auswendig gelernter Form sondern auch als (meist selbst) gebasteltes Stofftier hat es sich vielfach einen festen und wichtigen Platz in der frühen Kindheit erobert.
Der 40. Geburtstag des kleinen „ICH BIN ICH“ im heurigen Jahr ist unter anderem Anlass für eine demnächst erscheinende Übersetzung ins Russische. Dazu starten die Zeitschriften Welt der Frau und UNSERE KINDER in Kooperation mit der Caritas OÖ und dem Jungbrunnen-Verlag eine Buchpatenschaftsaktion.
Das Leben vieler Kinder in Russland, Weißrussland, Moldawien oder in der Ukraine ist von Krankheit, Vernachlässigung, Armut und Gewalt geprägt, viele werden in Heimen und Einrichtungen von der Caritas betreut. Gerade für diese Kinder ist die identitätsstiftende und stark machende Botschaft des kleinen ICH BIN ICH wichtig! Da für viele Familien das Buch zu teuer ist, besteht die Möglichkeit, um 15 Euro eine Buchpatenschaft zu stiften. Nähere Infos zur Aktion unter: www.caritas-linz.at/auslandshilfe
(Diesen Artikel finden Sie in voller Länge im aktuellen Heft von „UNSERE KINDER“.)
Vollständiges Inhaltsverzeichnis von Heft 2/2012:
Lieselotte Ahnert Wenn private Betreuung öffentlich wird. Gesellschaftspolitische Aspekte zur Kinderbetreuung in öffentlichen Einrichtungen
Margit Datler, Wilfried Datler, Maria Fürstaller & Antonia Funder: Hinter verschlossenen Türen. Die Eingangstüre zur Kindertagesstätte als Grenze
Gerhild Schöberl Gelingende Beziehungen. Entwicklungspsychologische und beziehungsorientierte Perspektiven zur Betreuung, Bildung und Erziehung von 0- bis 3-jährigen Kindern
Christine Haiden (Gastkommentar) Mama, Tante oder wer? Gedanken zur außerfamilären Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern unter drei Jahren
Barbara Blaseotto Üba die ganz oarmen Kinda. Oder: Vom offenen Arbeiten mit Unter-Dreijährigen
Bernhard Koch Pädagogische Qualität – gendergerecht Der Einfluss von gemischtgeschlechtlichen Teams auf die Qualität in Kinderbetreuungseinrichtungen
Martin Kranzl-Greinecker (Porträt) Das kleine ICH BIN ICH, Bilderbuchklassiker von Mira Lobe und Susi Weigel
Sebastian Kurz Frühe Sprachförderung – Schlüssel zu erfolgreicher Integration
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