"Von wegen bockig - Carlos, ein Esel zum Liebhaben"

Pfarrcaritas-Kindergarten Peilstein, OÖ

Schon seit über fünf Jahren gehört Esel Carlos zum „Inventar“ des Kindergartens Peilstein im Mühlviertel. Der gutmütige Bursche, dessen Besitzerin Leiterin Anna Altenhofer persönlich ist, besucht die Kinder regelmäßig in der Einrichtung. Das Reiten im großen Garten ist ein Hit für die Kleinen. Dabei haben die Kinder ebenso viel Spaß wie am Füttern und am Pflegen. Doch Carlos kann noch mehr. Mitunter bringt er ängstliche Kinder zum Aufblühen und lehrt ungeduldigen das Warten. Mittlerweile haben die Kinder ihren kuscheligen Begleiter fest ins Herz geschlossen.

 

Text: Susanne Sonnleitner, Fotos: Kindergarten Peilstein

Besuch bei Carlos auf dem Bauernhof: „Hallo, Carlos, wie geht es dir? Darf ich auf dir reiten, wenn die Kinder mit dem Putzen fertig sind?“
Für Lilli, ein U3-Kind, ist der Berg noch zu steil. Sie darf sich deshalb tragen lassen. Auch sonst gilt: Carlos kann immer nur ein Kind tragen. Das haben die Kinder schon bald akzeptiert. Sie haben nicht nur gelernt zu warten. Viele stellen sich artig in der Schlange an und begleiten Carlos zu Fuß Runde um Runde.
Das ist Esel Carlos. Vor dem Gig gespannt zeigt er, dass er vielseitig einsetzbar ist. Die Wagenausfahrt ist zudem eine tolle Gelegenheit für Kinder, die sich (noch) nicht auf dem Esel reiten trauen. Sie können sich dem Tier schrittweise annähern. Die kleine Nina darf den Esel „lenken“, während Opa aufpasst, dass es nicht in die falsche Richtung geht.
Carlos tut Gutes. Für das Caritas-Spendenprojekt „Mein Esel lebt in Afrika“ hat der Kindergarten einen Frühlingsmarkt veranstaltet. Die Einnahmen aus dem Verkauf von selbstgezogenen Blumen und Pflanzensetzlingen und Zirbenpolstern mit Eselmotiven kamen dem Projekt zugute. Damit konnten viele Esel für Familien in Afrika angekauft werden. Auch Caritas OÖ-Direktor Franz Kehrer freute sich darüber und feierte mit den Kindern in der Pfarrkirche einen Familiengottesdienst.
Valentin genießt das weiche Fell und den warmen Rücken. Dabei ist gegenseitiges Vertrauen notwendig.
Carlos kommt zu jeder Jahreszeit. Hier zieht der kräftige Bursche die Kinder viele Runden auf dem Schlitten. Jakob, der den Esel führt, bemerkt schnell, wie anstrengend das Stapfen durch den Schnee ist und bremst seine Freunde, die den Esel zu schnellem Trab anfeuern.
Carlos animiert die Kinder dazu, sich tiefer mit dem Thema „Esel“ zu beschäftigen. Viele Projekte und Basteleien, wie der Steckenesel, sind schon entstanden. Auch Bilderbücher zum Thema dürfen in der „Hausbibliothek“ nicht fehlen.
Auch wenn Carlos noch so kuschelig ist, ist er kein Spielzeug. Die Kinder lernen anhand des Esels den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren. Dazu gehören auch das fachgerechte Führen und die Umsicht, den Esel zu versorgen. Nach jeder Reitrunde füttern ihn die Kinder mit leckeren Blättern.