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Aktuelles Fachjournal:

Wie Kinder Gott sehen

Das erwartet Sie in UNSERE KINDER 1/2026:  Entwicklung kindlicher Gottesvorstellungen. Religiös-ethische Erziehung in einer interkulturellen Zeit. Fastenzeit im Kindergarten.  Linda Wolfsgruber, Druckgrafikerin und (Kindesrbuch-)Autorin im Interview uvm.

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Editorial 1/2026

Die meisten Kinder sind Gott ziemlich nahe ...

... und zwar unabhängig, von welcher religiösen oder kulturellen Prägung wir sprechen. Dass fast alle Kinder im Alter von ca. drei bis sechs Jahren einen besonderen und unmittelbaren Zugang zur spirituellen Welt besitzen, ist in der modernen Entwicklungspsychologie unumstritten. In einfacher, klarer Sprache stellen Kinder entscheidende Fragen: „Warum gibt es uns Menschen?“, „Leben wir nach dem Tod weiter?“, „Gibt es überhaupt Gott?“, „Wie sieht Gott aus?“, „Welcher Gott ist der richtige?“, „Warum kämpfen Menschen für ihre Religion?“ usw. 

Vor gut 20 Jahren schrieb der Grazer Religionspädagoge Hans Neuhold in seinem Aufsatz „Gott und die Kinder dieser Welt“, was diese UNSERE KINDER-Ausgabe vermitteln möchte: „Im Grunde ihres Herzens sind Kinder religiös, wenn auch nicht im konfessionellen Sinne. Sie sind fähig wahrzunehmen, was unsere materielle Welt übersteigt – das Transzendente, das Mehr als alles, das von den Religionen als Gott bezeichnet wird. Für Kleinkinder ist die Welt voller guter Geister, Engel und Götter. Wir haben uns den oft schwierigen Fragen der Kinder zu widmen, denn sie berühren die großen Themen der Menschheit. Ihre religiöse Sprache ist voller Symbole, Fantasie und Dichtung.“ 

Es ist daher nicht nur erlaubt, sondern unumgänglich, dass sich Erwachsene – inbesondere elementarpädagogische Fachkräfte – auf die Fragen bzw. Vorstellungen junger Menschen einlassen und diesen offen begegnen. Weil sich die Welt in Krippe, Kindergarten und Hort trifft und sich dort die Buntheit der Gesellschaft wiederfindet, haben Religionen und Vielfalt ihre Berechtigung als Bildungsthemen. „Ein gelebtes Miteinander in einer Atmosphäre der Offenheit und des Respektes ist die Basis eines friedvollen Zusammenlebens“, so Susanna Haas, die pädagogische Leiterin der Wiener St. Nikolausstiftung, in einem Interview zum regelmäßig auftauchenden Diskurs darüber, wieviel Platz die Religion (welche genau?) in Elementarpädagogischen Einrichtungen haben soll. Nicht vergessen werden darf, dass religiöse Bildung Ethik, Werte, Weltwissen und kulturelle Identität umfasst. Viele Zusammenhänge (Feste im Leben und im Jahreskreis, Traditionen, Umgangsformen, Sprichwörter …) haben religiöse Wurzeln, deren Entschlüsselung wir den Kindern der global-digitalen Gegenwart nicht vorenthalten dürfen. 

Dieses Fachjournal widmet sich einer religionsfreundlichen, spiritualitätssensiblen Pädagogik, die – wie bereits erwähnt – nicht primär mit einer bestimmten Religion zu tun hat. Es knüpft an der angeborenen Neugierde der Kinder, an ihrer Begabung zum Philosophieren und ihrer Fähigkeit zum Staunen an. Allen Menschen ist von Kindesbeinen an zuzugestehen, die Wirklichkeit über das Sichtbare und Angreifbare hinaus wahrzunehmen. Nicht einmal die Tatsache, dass viele Jugendliche und Erwachsene – möglicherweise wegen persönlicher Erfahrungen mit Kirche oder Glaubensgemeinschaft – religiösen Fragen distanziert gegenüberstehen, erlaubt es, Kinder davon abzuhalten. Was übrigens auch die Menschen- und Kinderrechte explizit so formulieren ... 

Niemand, der/die sich selbst als ungläubig oder areligiös bezeichnet, darf seinen Mitmenschen das Recht auf persönlichen Glauben absprechen! Umgekehrt haben sich gläubige Menschen behutsam und respektvoll zu verhalten. Egal, woran jede/r von uns glaubt: Geben wir der Seele, den inneren Überzeugungen und der persönlichen Spiritualität genug Platz! Dies wird uns allen gerade in den heute so turbulenten Zeiten gut tun, meint mit den besten Wünschen

Unser Artikel

für Sie aus dieser Ausgabe

Religiös-ethische Erziehung in einer interkulturellen Welt

 

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Martin Kranzl-Greinecker

Redaktionsleitung

martin.kranzl-greinecker[at]caritas-ooe.at

Inhaltsverzeichnis

der aktuellen Ausgabe 1/2026

Die Menschheit glaubt zu jeder Zeit - Entwicklung kindlicher Gottesvorstellungen
Anton A. Bucher 4


Zeit für Herz und Seele - Spiritual Care: Ein Ansatz zur Begleitung und Förderung kindlicher Spiritualität im Kindergarten
Silvia Hagleitner 8


"Gott ist gut, er hat mich gern." - Die kindliche Sicht auf das Wirken Gottes in ihrem Leben
Karl Furrer 12


Die Entwicklung des Gottesbildes beim Kind
Karl Furrer 15


Dem kindlichen Glauben Raum geben - ALIVE!-Stationen in Salzburg
Sandra Kobler 17


Hoffnungsvolle Zukunft - Religiös-ethische Erziehung in einer interkulturellen Welt
Anna Ruschka 20


Fastenzeit als Chance - Auch im Kindergarten kann diese besondere Zeit genutzt werden
Anna Ruschka 23


Buchtipps - zum Heftthema
25


Linda Wolfsgruber - Interwiew mit der Druckgrafikerin und (Kinderbuch-)Autorin
Christina Repolust 26


Bücher ... für Sie ausgewählt 28


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