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Ausgabe 5/2026

5 / 2026

UNSERE KINDER Ausgabe 5/2026, Fachjournal, Elementarpädagogik, Kleinkindpädagogik, Kindergarten

Verständnis für alle Beteiligten

Es ist eine herausfordernde Aufgabe, Kinder beim Großwerden zu begleiten und sie gut zu bilden. Dazu braucht es viele Hände, auch jene von elementarpädagogischen Fachkräften.

Jahrzehntelang sahen vielerorts Krippen und Krabbelstuben, Kindergärten, Horte, Heime und Schulen ihre Aufgabe darin, familiäre Versäumnisse auszubessern. Nicht selten führte dies zu Misstrauen Müttern und Vätern gegenüber, ja zu Abwertung oder gar zu „Eltern- Bashing“. Heute ist völlig klar, dass institutionelle Bildungseinrichtungen familienunterstützende, aber nie -ersetzende Aufgaben haben. Dies Selbstverständnis ist umso bedeutsamer, als es in den letzten Jahren wieder einen Trend zu reiner Kinderbetreuung gibt, manche sprechen sogar von einer „Renaissance der Kinderbewahranstalten“. Um genau dagegen zu halten, sind höchste Transparenz und professionelle Begründung pädagogischen Handelns seitens der Einrichtungen unverzichtbar, worauf auch ein Artikel dieser Ausgabe eingeht. 

Im Mittelpunkt der Elementarpädagogik steht zweifellos das Kind – eingebettet in das systemische Zusammenspiel von Gruppe, pädagogischen Fachkräften und erziehungsberechtigten Erwachsenen. Wir dürfen nicht mehr nur Eltern sprechen, denn neben dem Mutter-Vater-Kinder- Modell gibt es aktuell bekanntlich auch diverse Formen kindlichen Aufwachsene, etwa mit alleinerziehenden Elternteilen, in Fremdunterbringung oder in „Regenbogenfamilien“. 

Welche Ansprechpersonen Pädagog*innen im Bildungsdialog (früher „Elternarbeit“ oder „Erziehungspartnerschaft“ genannt) auch immer gegenüberstehen, stets kommt es vor allem auf das gegenseitige Verständnis an. Und zwar in alle Richtungen, denn der Bildungsdialog ist weder eine Einbahnnoch eine Vorrangstraße! Die Beiträge dieser Ausgabe beschäftigen sich mit unterschiedlichen Aspekten eines tragfähigen Miteinanders von Fachkräften und Erziehungsberechtigten. 

Abschließend noch ein Gedanke des Wiener Entwicklungspsychologen Wilfried Datler, der statt von „Bildungspartnerschaft“ lieber von einem „Arbeitsbündnis“ spricht. Für ihn geht es weniger um partnerschaftliche Harmonie oder konfliktfreien Zusammenhalt, sondern um ein dauerhaftes Aushandeln und In-Kontakt- Bleiben. Das gemeinsame Zentrum dabei ist immer das Kind mit seinen Stärken und Schwächen, das bei allen möglichen sprachlichen bzw. weltanschaulichen Differenzen bzw. organisatorischen Problemen nie aus dem Blick geraten darf. Zurecht betrachtet Wilfried Datler den Beziehungsaufbau zu Eltern und Erziehungsberechtigten als Fundament des Bildungsdialogs. Bevor Forderungen, Kritikpunkte oder Wünsche genannt werden, sollte sich man sich im Geist gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz um ein konstruktiv-stärkendes Bündnis bemühen. 

Moralisierende Vorwürfe, rechtliche Argumente oder der Abtausch persönlicher Befindlichkeiten führen zu nichts außer zu Frustration, die letztlich dem Kind schadet. Bemühen wir uns hingegen um positive Energie im Bildungsdialog, dann kann dies vor allem den Kindern nutzen und bei allen Beteiligten ein zufriedenes und sinnstiftendes Gefühl erzeugen.

Martin Kranzl-Greinecker

Redaktionsleitung

martin.kranzl-greinecker[at]caritas-ooe.at

Inhaltsverzeichnis

der Ausgabe 5/2026

Inhaltsverzeichnis

Vertrauen als Basis - Eine meditative Haltung fördert den Dialog - nicht nur im Konfliktfall
Anja Hofer 4


Gute Arbeit sichtbar machen - Wie Transparenz die Elementarädagogik stärken kann
Eva Dallinger-Berger 8


Neue Wege in der Frühbetreuung - Einjährige im Mittelpunkt
Theresa Ginthör 11


Gesprächsführung mit Eltern - Systemisch fragen, aufmerksam zuhören, kompetent beraten
Andrea Lenger-Hartwig 12


Alle sind willkommen - Den Kindergarten als interkulturelle Kontaktzone öffnen.
Anna Vaculik 16


Liebe Mutter, lieber Vater! - Ein Brief an die Eltern eines Krabbelstubenkindes
Claudia Rötzer 18


Vom Konzeptionstag zum Elternabend - 
Michaela Baumgartner 18


Kinder, Handys und Eltern - Bildschirm versus Spielplatz
Tobias Lammer 19


Unser Ziel: Sicherheit und Kontinuität - Über die bei "Kinder in Wien" (KIWI) gelebte Bildungspartnerschaft
Interview von Lisa Kneidinger 20


Feste und Rituale im Kindergarten - Traditionen, Elternerwartungen und pädagogische Zugänge
Susanna Haas 22


Hinter jeder Tür wohnt auch Leid - Interview mit Doris Grumptmann über den Umgang mit belasteten Eltern
Redaktion UNSERE KINDER 25


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